Open Source

 

In einem Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung ist folgendes zu lesen.

Open Source, das heißt offener Quellcode und meint gemeinhin Software, die jeder nach Belieben studieren, benutzen, verändern und kopieren darf. Vor rund 25 Jahren begann die "Freie Software" als eine kleine Gruppe von Programmierern, die sich gegen die Kommerzialisierung ihrer Arbeit sträubten. Heute treiben Open Source-Programme große Teile des Internets an und machen den Größen der Softwareindustrie ernste Konkurrenz.
Und mehr noch: Open Source ist zu einer weltweiten sozialen Bewegung geworden, die antritt, nach der Software nun auch Wissen und Kultur zu "befreien". Von Open Access bis Creative Commons, von Wikipedia bis Edubuntu arbeiten zehntausende Menschen weltweit über das Internet an einem kollektiven Schatz freien Wissens, entdecken neue Formen der Kooperation und des Gemeinsinns, und stören dabei alle Regeln von Urheberrecht und Wirtschaft auf. (Bundeszentrale für politische Bildung 2007)

Eine Studie der Europäischen Kommission analysiert die Rolle von Open Source als Wirtschaftsfaktor und spricht Handlungsempfehlungen für die Politik aus.

Open Source, so das Kernergebnis, ist aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Ihr Marktanteil ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich gestiegen. Vor allem in den Bereichen Serverbetriebssysteme, Web- und Mailserver, Datenbanken und Middleware spielt Open-Source-Software eine wichtige Rolle.

Den Gesamtwert aller ausgereiften Open-Source-Lösungen schätzt die Untersuchung auf knapp 12 Milliarden Euro. In den vergangenen acht Jahren habe sich die Menge an Codezeilen alle 18 bis 24 Monate verdoppelt, eine Entwicklung, die noch einige Jahren anhalten soll. Die existierende Open-Source-Software repräsentiert mindestens 131.000 Mannjahre Arbeit. Da die Entwicklung in Europa jedoch überwiegend unbezahlt erfolgt, schlagen sich die geschätzten 800 Millionen Euro Wertschöpfung pro Jahr nicht in den nationalen Wirtschaftsbilanzen nieder. Nach den Ergebnissen der Studie werden lediglich 15 Prozent der freien Software von Unternehmen und 20 Prozent von nicht-kommerziellen Organisationen beigesteuert.

Zudem gibt es indirekte Einflüsse auf die Wirtschaft. Mit freier Software sparen Unternehmen rund ein Drittel ihrer Investitionen in die Entwicklung eigener Software. Dieses Geld, so die Studie, erlaubt andere Entwicklungen und Innovationen – oder schlicht eine Erhöhung der Profitabilität. Eine nähere Untersuchung von sechs europäischen Organisationen, die Open Source einsetzen, fand, dass die Umstellung von proprietärer Software auf Open Source fast immer zu Einsparungen führt. (Kleijn 2007)

 

Quellen:

Bundeszentrale für politische Bildung (2007): Open Source - Dossier
www.bpb.de/themen/32K5CW,0,0,Open_Source.html Zugriff: 18.01.2007

Kleijn, Alexandra (2007): EU-Studie: Open Source ist gut für die Wirtschaft.
www.heise.de/open/EU-Studie-Open-Source-ist-gut-fuer-die-Wirtschaft--/artikel/83795 Zugriff: 18.01.2007